Ghillie Anzug (II) von Ripperkon

Der Ghillie Anzug besteht aus einer BW Feldhose und einer BW Feldbluse mit einer selbstgebauten Kapuze aus Netzschal. Sein Gewicht beträgt ca. 6 kg.

Feldbluse

Die beiden Brusttaschen und die eine Schultertasche der Feldbluse habe ich da gelassen, wo sie waren und das Netz bzw. die Zeltbahn um die Taschen herumgenäht.


Die Feldbluse ist am Rücken durch das Rückenteils einer anderen Feldbluse verlängert. An dieser Verlängerung befinden sich zusätzliche Taschen.

Die Zusätzlichen Taschen werden von dem „losen“ Rückenteil bedeckt. Dieses ist ein Netzschal, der knapp über der Gürtellinie am Rücken angenäht wurde. Über ihm ist Katzennetz mit Jute. Der Netzschal dient dazu, dass die Jute, Tiere und das natürliche Tarnmaterial nicht durch das Netz fallen und dass ich nicht so leicht mit dem Netz hängen bleibe. Durch eine Koppelschnalle des BW Koppeltragesystems wird das Rückenteil gehalten, dass es nicht verrutschen kann.

Im Rückenbereich sind zwei Lüftungsschlitze, die für ein besseres Klima im Ghillie Anzug sorgen.

Die Arme und die Komplette Vorderseite sind mit olivgrüner Zeltbahn vom BW Zweimannzelt (aus 100% Baumwolle) versehen.

An der Vorderseite ist die Zeltbahn nur an den Seiten und am oberen Rand mit der Feldbluse vernäht. Das ermöglciht ein nachträgliches ausbessern der Polsterung.

Unten steht die Zeltbahn ein Stück über und verlägert die Feldbluse somit um ein Stückchen. Aber um zu verhindern, dass dieses extra Stück über die Schnalle an der Vorderseite rutscht, musste ich ein paar zusätzliche Drückknöpfe anbringen.

An den Ärmelenden sind die Schlaufen für die Daumen, um das Nachhinenrutschen der Ärmel zu verhindern.

Kapuze
Die Kapuze ist aus Netzschal und direkt an den Kragen der Feldbluse angenäht. An den Seiten steht der Netzschal etwas über, dass die Kontur des Kopfes besser verfremdet wird.

Die Kapuze ist extra groß und überall außer am vordersten Teil mit Katzennetz bestückt. Dieses unbestückte Teil kann bei Bedarf vor das Gesicht gehängt werden um z.B. Lochschatten zu vermeiden aber dennoch nicht vollständig die Sicht zu behindern.

Diesen „Schleier“ kann ich, wenn ich ihn nicht brauche einfach unter die Kapuze legen.

Wenn ich die Kapuze gerade nicht auf dem Kopf haben will, kann ich sie entweder normal nach unten runterhängen lassen oder sie zusammenrollen und über die Schultern legen.

Hose

Die Hose ist im Gesäßbereich mit zusätzlichen Taschen versehen.

An der Rückseite ist von den Hosenbeinenden bis knapp unter das Gesäß mit Katzennetz bestückt. Vorne ist von den Hosenbeinenden bis knapp zur Mitte der Oberschenkel Zeltbahn vom BW Zweimannzelt angebracht.

Im untersten Teil der Hosenbeine ist etwas Katzennetz mit Jute angebracht um die Schuhe etwas mitzutarnen.

In den Hosenbeinen sind Gummibänder, die ein Hochrutschen der Hosenbeine verhindern sollen. Sie sind ca. 15cm über dem Ende der Hosenbeine angenäht, dass die Hosenbeinenden noch über die Schäfte der Schuhe hängen können.

An der Hose sind auch zwei Schlaufen für die Hosenträger angebracht.

Jute
Die Jute habe ich aus Kartoffelsäcken gezogen. Ich habe hauptsächlich Bündel von 3-20 Fäden in der Länge von ca. 10-50 cm angeknotet. Um der Strktur des Anzugs ein bisschen Abwechslung zu geben, habe ich auch ein paar Jutestreifen und etwas Bast eingeknotet.
Die Jute habe ich mit den Farben oliv und dunkelbraun gefärbt. Nach dem Schlammbad habe ich die Farbe durch Aufspühen von Textilfarbe angepasst.

Der Ghillie Anzug in Aktion
Hier ein paar Bilder vom Ghillie Anzug in Aktion:





Hier die Bauanleitung, die ich zu dem Ghillie Anzug geschrieben hatte:

Du brauchst:
-Feldbluse (ein paar Nummern größer)
-Feldhose (ein paar Nummern größer)
-Hüftgurt (wegen den großen Schnallen)
-Netzschal (für Kapuze und Rücken)
-Zeltbahn (zur Verstärkung der Vorderseite)
-Netz (Katzennetz eignet sich gut)
-Leder (oder anderes festes Material)
-6-10 Kartoffelsäcke (Garniermaterial)
-Nadel und Faden (zum Nähen)
-Textilfarbe (zum Färben)
-Kleber (für Polster)

Das machst du:
– Du nimmst ein Stück Stoff (z.B. rückenteil einer Feldbluse) und verlängerst damit die Feldbluse. Dann nähst du an diese Verlängerung Taschen. Am besten ist es, wenn du Taschen von alten Hosen und Jacken nimmst. Wenn du bei den Taschen nur die Seiten und Unten annähst, dann hast du eine „Doppeltasche“. Das ist praktisch, wenn man einiges an Kleinzeug verstauen muss (Kompass, Uhr, Handy, Messer, …) so hat alles seinen Platz und man findet es schnell wieder.

– Dann nimmst du den Netzschal und nähst ein Teil von ihm an der Oberseite so über die Taschen, dass du noch gut reingreifen kannst und auch die Verlängerung bedeckt ist. Wenn am Rand etwas übersteht ist gut.

– Dann nimmst du zwei rubuste Schnallen (z.B. von einem BW Hüftgurt vom Koppeltragesystem) und bringst diese an den oberen Enden des Netzschales an, so dass die in gürtelhöhe am Bauch zusammengemacht werden können. Das verhindert, dass das „lose“ Rückenteil, welches die Taschen abdeckt, zu stark verrutscht oder sich zu stark bewegt.

– Dann nimmst du den Rest des Netzschals und baust daraus eine Kapuze indem du ihn vor dich hinlegst und dann die oberen beiden Ecken in die Mitte nach unten legst. Dann knickst du die soeben oben entstandene Spitze ein Stück nach unten und schneidest sie ab. Dann verbindest du die „Nahtstellen“ mit etwas Schnur.

– Jetzt legst du die Feldbluse hin und schneidest zwei Lüftungsschlitze, die du dann mit Fliegengitter verschließt. Oder du entfernst einen größeren Teil des Rückens und ersetzt ihn durch Fleigennetz. Das gleiche kannst du auch bei der Hose und unter den Armen machen.

– Jetzt schließt du den Frontreissverschluss der Feldbluse und legst sie flach auf den Boden. Dann legst du die Zeltbahn darüber und schneidest die grobe Kontur der Feldbluse aus (vergiss nicht, die Länge der vorher angebrachten Verlängerung mit einzuplanen). Das Polster geht somit dann von unter der schulter bis zum Ende der Verlängerung. Die Polster aber noch nicht festnähen! Zuerst kommen kleiner Ledereinlagen an Kniee, Ellebögen und bei Bedarf auch in den Bauchbereich. Dann kannst du die Polster schonmal fixieren (z.B. mit Nadeln). Das gleiche machst du auch bei der Feldhose.

-Dann drehst du sie um und legst das Netz darüber. Dann schneidest du wieder die grobe Kontur aus und fixierst das netz wieder. Um dann nähst du es fest. Am besten ist Angelschnur, Nylonschnur, Draht oder ein anderes festes Material. Das Netz sollte an so vielen Punkten festgenäht sein, dass es nichtmehr viel Spiel hat, wenn man an ihm zieht. Man näht das Netz so weit fest, bis es unter den Polsterrand geht, so reisst es bei starker Belastung noch schlechter raus, auserdem sieht es auch besser aus.

-Nun kannst du anfangen, die Jute zu färben. Benutze Farben, die gut in der Natur vertreten sind! Und das sind eigentlich hauptsächlich braun und grün. Wie du Stoff färben kannst steht eigentlich immer auf der Verpackung. Aber die Jute bzw. die Kartoffelsäcke nicht in der Waschmaschine färben oder waschen!Wenn du die Farben mischt, dann erhälst du noch mehr Farbtöne. Wenn die Jute dann getrocknet ist, kannst du sie bündelweise (ein Bündel ca. 3-10 Einzelfäden) an das Netz zu knoten. Ich habe überwiegend Jute in der doppelten Länge meiner Hand an den Anzug geknotet. Um freie oder übersehene Stellen zu stopfen oder um den Anzug etwas buschiger zu machen habe ich Jute in der einfachen Länge meiner Hand verwendet.

– Jetzt kannst du den Anzug noch etwas mit Sprühfarbe ausbessern. Danach empfiehlt es sich, den Anzug durch den Dreck zu ziehen bzw. mit ihm durch den Dreck zu robben. Das sorgt dafür, dass die Jute etwas verfilzt und die Farbe noch natürlicher wird.

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Reviewed by Ripperkon.

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