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    Modulares Chest Rigg

    Ich wollte eigentlich erst ein Chest Rigg mit den nötigen Taschen kaufen. Aber nachdem ich den Preis gesehen habe, habe ich gedacht, dass es ja nicht schaden kann, wenn ich einfach mal vesuche aus den Resten vom Ghilliebau selber eins zu bauen. Habe unter anderem folgende Materialien benutzt:
    - BW Zeltbahn
    - Packriemen mit Steckschließe
    - Packriemen mit Klemmschnalle
    - Schnallen vom BW Koppel-Hüftgurt
    - Druckknöpfe
    - Elastische Kordel
    - Gummibänder

    Gewicht:
    - Chest Rigg: 520g (1415g inkl. Taschen)
    - Magazintasche M4: 35g
    - Pistolenholster: 60g
    - Dump-Pouch: 450g
    - Mehrzwecktasche: 80g
    - Magazintasche Pistole: 60g

    Das Chest Rigg

    Ich habe einige Bilder von Chest Riggs im Internet angesehen und das Chest Rigg dann dementsprechend gebaut. Es besteht komplett aus dem Stoff der BW Zeltbahn (100% imprägnierte Baumwolle). Da diese aber eigentlich flecktarn ist und ich aber ein olivgrünes Chest Rigg haben wollte, habe ich den Stoff einfach gewendet. Das Oliv ist zwar recht dunkel aber alles in allem ganz okay.
    Das Chest Rigg besteht sogesehen aus zwei Teilen. Einmal aus dem unteren Hauptteil und dann noch dem oberen Teil, welches zwischen den Schultergurten ist. An beiden Teilen befindet sich jeweils ein Klettstreifen für Namensband oder ähnliches.
    Als das Chest Rigg so weit fertig war, habe ich es etwas mit Sprühlack besprüht, um ihn ein grobes Muster zu geben, dass es besser aussieht, besser tarnt und nicht so dunkel ist.

    Der obere Teil hat an der Körperseite eine kleine schmale Tasche für Karten, Ausweis oder anderes Papierzeug. Dickeres passt dort nicht rein ohne, dass es dann später stört.

    Dieser Teil ist mit zwei Knöpfen an den Schultergurten befestigt. Man kann es einfach abnehmen und umknicken. Das ist praktisch, wenn man es gerade nicht benötigt.

    So sieht es aus, wenn man den oberen Teil umgelegt hat.

    Die Schultergurte des Chest Riggs sind vorne mit zwei Schnallen vom Bundeswehr Koppeltragesystems befestigt. Die gurte überkreuzen sich hinten und sind dann mit zwei kleineren Steckschließen an den Seiten befestigt. An den schuiltergurten sind vorne an der Schulter noch zwo Reihen des Modularsystems. Über dieses beiden Reihen ist ein großer D-Ring pro Seite. An diesem kann man z.B. einen Riemen für das Gewehr befestigen, um es direkt an der Schulter zu tragen.

    Die Schultergurte sowie der Gurt, welcher hinten am Rücken verläuft, sind durch 1cm dicken Schaumstoff gepolstert.

    Der Gurt, der hinten am Rücken verläuft, wird auf der rechten Seite mit einer Klemmschnalle befestigt. So kann ich die Weite schnell anpassen.

    Unten am Chest Rigg sind fünf D-Ringe befestigt, an die man Ausrüstung hängen kann. Ich benutze sie, um meine Magazine an ihnen zu befestigen. Bei Bedarf könnte ich auch eine Koppel an ihnen befestigen.

    Ursprünglich wollte ich das MOLLE-System “kopieren”. Habe mich aber bei den Maßen verlesen. Bei dem MOLLE-System sind die Riemen 1″ voneinander entfernt und alle 1,5″ angenäht. DIe Riemen sind 1″ dick. Bei mir sind die Riemen auch 1″ dick. Aber ich habe die Riemen immer 1,5″ voneinander entfernt und etwas mehr als alle 1″ angenäht. Also sogesehen direkt umgedreht. Dadurch ist es etwas schwerer, die Riemen durchzufädeln, wenn ich eine Tasche befestigen möchte.

    Die Taschen

    Wie man sieht habe ich eine Vielzahl an Taschen gebaut um auch all meine Magazine und Zubehör verstauen zu können. Die Taschen sind ebenfalls aus dem Stoff der Zeltbahn. Ich habe sieben Magazintaschen M4, eine Mehrzwecktasche, einen Pistolenholster, eine Tasche für vier Pistolenmagazine und eine Dump-Pouch(nicht auf dem Bild) gebaut.

    Die Taschen sind alle wie die “normalen” MOLLE-Taschen. Die Riemen, die hinten sind, werden abwechselnd durch die Schlaufen des Chest Riggs und die Schlaufen an der Rückseite der Tasche gefädelt und am Ende mit einem Druckknopf an der Tasche befestigt, dass es sich nicht selbstständig ausfädeln kann. Dadurch hat die Tasche später einen festen Sitz.

    Magazintaschen M4

    Die Taschen sind komplett zweilagig genäht, dass sie eine bessere Stabilität haben. Diese Taschen sind dem typischen Kangoroo Pouch nachempfunden. Sie sind offen und so ist ein schnelles ziehen der Magazine möglich.


    Die Magazine werden durch eine elastisch Kordel in der Tasche gehalten. An dieser elastischen Kordel ist eine Lasche, welche ein einfaches Erfassen und ziehen der elastischen Kordel ermöglicht. Dadurch kann ich die Magazine schnell ziehen. Wenn ich möchte, kann ich die elastische Kordel auch schon zur Seite ziehen um noch schneller an die Magazine zu kommen. Ein Nachteil an diesen Taschen ist jedoch, dass die Magazine die Waffe verkratzen können, wenn man die Waffe mit einem Trageriemen am Körper trägt. Deswegen werde ich bei meinem nächsten Projekt noch ein paar verschließbare Taschen nähen.

    Magazintasche Pistole

    Die Magazintasche für Pistolenmagazine ist eigentlich für alle gängigen Pistolenmagazine sowie für “normale” Speedloader geeignet.

    die Tasche hat innen ein elastisches Band, welches so angenäht ist, dass vier Magazine platz finden. Dann ist noch eine elastische Kordel durch die außeren Maschen gefädelt, welche als Querverstrebung dient, dass die Tasche enger ist und die Magazine keinen Spielraum haben. Die Magazine werden nur durch das elastische Band gehalten. Aber bei Bedarf kann ich die elastische Kordel oben über die Magazine legen um sie im gewissen Maße zu halten.

    Mehrzwecktasche
    Die Mehrzwecktasche ist für Speedloader, Munition und weiteres Zubehör gut geeignet. In ihr ist eine Menge Platz.

    Die Tasche ist ähnlich wie eine Blasebalktasche. Unten hat sie einen Knick und ist so genäht, dass sie viel Platz bietet.

    Die Tasche hat oben einen langen Reissverschluss, dass man gut in die Tasch greifen kann. Der Reissverschluss hat zusätzlich noch eine Schlaufe an sich, dass man ihn auch mit Handschuhen einfach öffnen kann.

    Außer die Seite, die später am Chest Rigg ist, ist die Tasche nur einlagig genäht. Im Inneren befindet sich auf jeder Seite jeweils ein elastisches Band, welches jeweils 4 Schlaufen für Magazine und sonstiges bietet.

    Pistolenholster
    Der Pistolenholster ist ebenso nach einem Vorbild aus dem Internet gebaut. Ich habe mir diverse Holster angeschaut und mich dann für diese Bauart entschieden, da sie recht einfach ist und man den Holster an viele verschiedene Fausfeuerwaffen anpassen kann. Außer dem “Deckel” und der Seite, die später am Chest Rigg befesig ist, ist der Holster aus einlagigem Stoff gemacht.

    Die Klappe kann wird durch Klettverschluss unten gehalten. Bei Bedarf kann ich sie nach oben klappen und ggf. hinter das Chest Rigg klemmen. Die Pistole wird durch zwei Riemen, die mit einem Druckknopf versehen sind gehalten. Einer dieser Riemen ist mit Klett versehen und somit verstellbar.

    Die Pistole sitzt recht fest und ist zusätzlich noch durch ein Gummiband stabilisiert.

    Der andere Riemen kann noch für die Höheneinstellung durch eine Schlaufe gefädelt werden. Das ist praktisch, wenn die Pistole etwas länger ist.

    Dump-Pouch
    Eine Dump-Pouch ist dazu da, leere Magazine schnell wegstecken zu können. Ich habe sie aus dem Stoff von einem BW Wäschesack bebaut. In sie passen acht M4 Magazine. Aber sie ist dann doch schon rech eng und die Magazine können rausfallen. Deswegen werde ich die Dump-Pouch nächstes mal etwas größer machen und oben nur einen Schlitz lassen, durch den ich die Magazine stecken kann. Die Tasche wird ganz normal durch das Modularsystem befestigt.

    Die Tasche ist am oberen Rand mit einer elastischen Kordel mit Kordelstopper und einem Drahtring versehen, welcher bewirkt, dass die Tasche offen bleibt und die Magazine somit schnellstmöglich reingesteckt werden können. Die elastische Kordel sorgt für einen kleinen Rand, der die Magazine zumindest etwas vor dem Rausfallen schützen soll. Nächstes mal mache ich den Drahtbügel so rein, dass der Rand weiter nach innen geht und somit die Magazine noch schwerer rausfallen.

    Bilder vom Bau

    Hier ein paar Bilder vom unfertigen Chest Rigg:

    Aktionbilder

    Hier ein paar Bilder von dem Chest Rigg in Aktion:

    Fazit

    Nun komme ich zu den Vor- und Nachteilen des Selberbauens, da ich ja nicht wirklich Vor- und Nachteile von dem Chest Rigg nennen kann, da es ja ein Unikat ist und dadurch keine wirkliche Kaufberatung sondern eher eine Präsentation meiner Ideen um auch andere Leute zum Selbstbau anzuregen. Und ich habe ja schon einige Vor- und Nachteile bei den einzelnen Komponenten genannt.

    Vorteile:
    - Freie Wahl der Materialien
    - Komplett angepasst an eigene Bedürfnisse
    - Teilweiße günstiger (vom Material abhängig)
    - Steigert handwerkliches Geschick
    - Freie Wahl der Qualität

    Nachteile:
    - Zeitaufwändig
    - Wenn aus gleichen Materialien, kann es teurer werden
    - Eine gewisse handwerkliche Begabung ist Grundvoraussetzung

    Wenn man aber Spaß an der Arbeit hat und man gerne etwas selber baut, dann ist es eine super Möglichkeit. Und wenn man andere Materialien verwendet, kann man sogar eine Menge Geld sparen. Ich werde auf alle Fälle wieder etwas selber bauen. Zur Zeit plane ich eine modulare Weste mit integriertem Trinksystem.

    __________________________
    Genäht und reviewed von Ripperkon

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    Modulares Chest Rigg

    14 Comments

    1. Vielen Dank für die Info.
      was hast du denn für eine Schutzkappe auf dem ZF?
      VD

      Stefan

    2. Ist bzw. war ein Sutter 6-24×60 ;-)

    3. Hi Ripperkorn,
      was ist denn das für ein Zielfernrohr auf deinem M4?
      Und wenn du hast die Spezifikationen dazu?
      Danke
      VG

      stefan

    4. Hab mein System auch selber gebaut.
      Hab es aber aus nem gebrauchtem USMC Seesack (500D Cordura) genäht.
      TIP:
      Die Taschen-Schlaufen(Molle) an den Taschen habe ich mit Klettband unter der untersten Schlaufenreihe versteckt. Da Druckknöpfe meistens durch abstehende Laschen/Ecken zum öffnen neigen.

    5. Danke. Das kannst du dann im Forum posten ;)

    6. oleg said: On 12. April 2011

      hammer Ding, steckt viel Liebe drinn wie ich sehe. danke für die Anleitung, hab sie leider zu spät gelesen.
      noch ne frage wenn meins vertig ist und ich ein paar fotos posten möchte, wo kann ich das machen?
      lg

    7. großes Kompliment ob meins später auch so gut aussehen wird? ich bezweifel es stark.

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