Tarnung

Auf dieser Seite möchte ich etwas zu den grundliegenden Punkten der Tarnung schreiben. Die Punkte sind untereinander verknüpft und beruhen aufeinander. Wenn ich die richtige Farbe habe, meine Kontur sich aber deutlich sichtbar macht und ich mich dabei noch bewege, bringt es nicht viel. Oder wen man sich langsam Bewegt und dennoch laute Geräusche macht, dann bringt das langsame Bewegen an sich auch nicht wirklich viel. Ebenso wenn die Farbe super passt und die Kontur unkenntlich ist aber die Struktur garnicht passt, dann mache ich auch etwas falsch.
Wer sich erfolgreich tarnen möchte, sollte die folgenden Punkte kennen und berücksichtigen. Natürlich ist es nicht so, dass man alles perfekt machen muss, um nicht gesehen bzw. erkannt zu werden. Aber man sollte wissen auf was zu achten ist und dann auch auf das auchten.

Geräusche
Wenn man in der Natur unterwegs ist, ist man von einer Vielzahl an Geräuschen umgeben. Manche klingen natürlicher, manche weniger. Wenn man im Feld unterwegs ist, sollte man sich bemühen, möglichst wenige und wenn, dann nur leise, Geräusche von sich zu geben, da jeder Laut die Aufmerksamkeit auf sich lenken kann. Ausrüstungsgegenstände, welche rascheln, klappern oder sontwas machen können, was Geräusche erzeugt, sollte man entweder zuhause lassen oder so verstauen, dass sie keine Geräusche machen. Das kann man machen indem man lose Teile mit Gummis oder Klebeband fixiert, die Gegenstände mit Stoff umwickelt oder sie so verpackt, dass sie nicht zusammenstößen können.
Weitere Infos zum Schleichen findest du dort: Anleitungen – Bewegungsarten

Bewegung
Schnelle und ruckartige Bewegung sind leichter zu erkennen als langsam und gleichmäßige. Deswegen sollte man, wenn man sich im Feld bewegt darauf achten, dass man keine schnellen und ruckartigen Bewegungen macht. Ebenso führen schnelle Bewegungen meißt zu unachtsamen Verhalten. Wenn man sich langsam bewegt, kann man sich besser auf die Umgebung konzentrieren ohne dabei viele Geräusche von sich zu geben. Man sollte sich nur im äußersten Notfall schnell bewegen. Optimal ist es, wenn man sich langsam bewegt und öfters einen Moment verweilt um das Gelände zu betrachten und die nächsten Schritte bzw. Bewegungen zu planen. Natürlich ist es Situationsbedingt. Es gibt Gelände, die so viel Deckung geben, dass man laufen kann ohne aufzufallen. In manchen Geländen aber ist das nicht der Fall und man muss sich möglichst flach und langsam bewegen. Man sollte dabei auch immer auf die Bewegung der Vegetation achten. Wenn man sich durch brusthohes Gras bewegt ist man zwar nahezu unsichtbar. Aber wenn man sich bewegt und somit die Grashalmspitzen zum wackeln bringt, dann kann man bei geringem Wind die eigene Position verraten. Das gilt natürlich auch für Bäume, Sträucher und andere Pflanzen. Wenn man sich durch dichtes Buschwerk bewegen muss, kann man sich mit einer Rosenschere eine Art Tunnel schneiden, dass man nicht gegen all zu viele Äste stößt.

Kontur
Die menschliche Kontur sowie die Umrisse einiger Ausrüstungsgegenstände ist unverkennbar. Deswegen sollte man diese verfremden. Bei dem menschlichen Körper erreicht man diese Verfremdung durch die Verwendung eines Ghillie Anzuges. Das ist auch eine der Hauptaufgaben des Ghillie Anzuges. Der Ghillie Anzug füllt den freien Raum zwischen Kopf und Schulter so auf, dass der Mensch schwerer als ein solcher zu erkennen ist. Ebenso verhindert er den Schatten, der entsteht, wenn ein Mensch auf dem Boden liegt. Ohne Ghillie bildet sich oft ein Schatten um den Körper, welcher dann die Kontur des menschlichen Körpers zum vorscheinen bringt.
Die Kontur von Ausrüstungsgegenständen wie z.B. einem Spektiv sind meißt auch recht leicht zu erkennen. Auch Rundungen von anderem optischem Gerät sind verräterisch. Erstrecht, wenn sie durch Lochschatten verstärkt werden. Beides kann man durch verwenden verschiedener Tarnhilfsmittel verhindern. Die Kontur ist an sich nur bei Bewegung oder bei „gutem“ Kontrast zum Hintergrund zu erkennen. Dieser kann nicht nur durch die Farbe bedingt sein. Ebenso kann Schatten zu starken Kontrast führen.

Positionierung
Wenn man im Feld unterwegs ist, ist es wichtig darauf zu achten, wo man sich bewegt. Man sollte darauf achten, dass man sich nicht vom Hintergrund abhebt. Einer der besten Beispiele ist das Laufen auf der höchsten Stelle eines Berges oder Hügels. Wenn man auf der hochsten Stelle läuft, hebt man sich stark vom Hintergrund -in dem Fall der Himmel- ab und ist dann gut sichtbar. Das gleiche gilt auch für das Kriechen in flacherem Gelände. Wenn man perfekt an die unmitelbare Umgebung angepasst ist, sich aber dann so positioniert, dass der „Feind“ dann einen anderen hintergrund sieht, dann bringt es nicht viel (Beispielbild folgt!).

Farbe
Die Farbe ist ein wichtiger Aspekt der Tarnung. Man sollte sich Farblich so anpassen, dass man sich so wenig wie möglich von der Umgebung abhebt. Natürlich ist ein Gelände meißt nicht komplett in der gleichen Farbe aber wenn man z.B. mit einem hellen Ghillie Anzug auf einer grünen Wiese liegt, dann kann man nicht wirklich von verschmelzen reden. Natürlich lässt sich die Farbe auch nicht immer zu 100% an das Gelände anpassen. Aber man sollte sich bemühen es möglichst gut zu machen und dann noch auf die anderen Punkte für ein effektives Tarnen achten.

Reflektionen
Reflektionen von Uhr, Brille, optischem Gerät oder ähnlichem kann man über weite Strecken sehen. Deswegen sollte man diese Objekte verbergen oder anders abschirmen. Das kann man nit Mückennetz, Netzschal/Kommandoschal oder anderem Netzmaterial machen. Das schränkt zwar die Lichtstärke des Geräts etwas ein. Aber wenn man es richtig macht, dann sollte das bei guter Sicht kaum ein Problem darstellen. Man kann auch Sonnenblenden (eine Art extra Rohr am Zielfernrohr oder Spektiv) und Killflash benutzen.

Gerüche
Gerüche von Deo, Parfum, Shampoo und vielem mehr sind je nach Intensität schwerer oder leichter wahrzunehmen und können zur Entdeckung der Position führen. Natürlich sind diese nicht immer sofort zu identifizieren. Aber wenn man durch den Wald läuft und hat plötzlich den Geruch von Parfum in der Nase, wird man sicherlich damit rechnen, dass sich jemand in unmittelbarer Nähe aufhält.

Licht
Licht ist in den meißten Fällen nur nachts und in der Dämmerung ein bedeutender Faktor. Feuer ist denke ich das extremste Beispiel. Wenn man das Feuer nicht „richtig“ macht, dann ist es auf weitere Entfernungen zu sehen und evtl. auch zu riechen. Bei einem gewissen Licht kommen dann beim Feuer also drei Faktoren der Tarnung zur Geltung – Licht, Geruch und durch den Rauch Bewegung und Kontrast. Also sollte man mit Feuer immer besonders vorsichtig sein. Und wenn man unentdeck bleiben möchte, sollte man am besten auf Feuer verzichten. Aber da Feuer sehr praktisch zum zubereiten von Nahrungsmitteln und zum Wärmeerhalt ist, kann man nicht immer auf Feuer verzichten. Wenn man feuer macht, dann sollte man es richtig machen.
Taschenlampen sind auch sehr praktisch, wenn es dunkel ist. Aber sie können zur Aufklärung der eigenen Position führen. Taschenlampen sollte man, wenn man unentdeckt bleiben möchte, nur benutzen, wenn es nicht anders geht.

Schatten
Der Schatten ist Freund und Feind zugleich. Wenn man im Feld unterwegs ist, sollte man darauf achen, den Schatten von Objekten wie Büschen, Gebäuden oder sonstigem auszunutzen, um keinen eigenen Schatten zu werfen. Tut man dies nich, ist es gut möglich, dass man wie ein schwarzer Fleck auffällt. Ebenso sollte man Lochschatten von Teilen wie Kopf, Hände und weitere, welche sich vom Boden abheben, vermeiden. Das kann man machen indem man den Ghillie so baut, dass an den genannten Stellen Netz mit Jute ist. Beim Kopf bzw. beim Gesicht kann man einen Schleier befestigen. Um den Körper rum kann man die Jute etwas länger machen, dass sie den Schatten zwischen Körper und Boden verdeckt.

Struktur
Laub hat eine recht große Struktur. Moos hingegen hat eine ziemlich feine Struktur. Wenn man nun in einem Gelände ist, in dem nur grobes Laub liegt aber man hat einen Ghillie, der eine feine Struktur hat, dann ist es nicht perfekt. Die Farbe kann stimmen aber wenn die Struktur nicht passt, dann ist der Ghillie Anzug nicht optimal. Man kann die Struktur durch Anbringen von natürlichem Tarnmaterial verändern. Wenn man aber bei dem Ghillie an sich schon eine gewisse Struktur haben möchte, dann kann man das machen. Wenn die Struktur fein (wie bei Gras, Moos, …) sein soll, dann sollte man hauptsächlich Jutefäden nehmen. Wenn man aber eine grobe Struktur (wie bei Laub) haben möchte, dann sollte man überwiegend Jutestreifen verwenden. Daszu empfiehlt es sich, eng gewebte Jute zu verwenden, da „locker“ gewebte Jute dazu neigt einen Großteil der Fäden zu verlieren.

Tarnen im Schnee


Natürlich gelten auch für das Tarnen im Schnee die Grundsätze der Tarnung. Aber beim Tarnen bei Schnee liegt ein besonderes Augenmerk auf Schatten und der Farbe.

Körper
Man kann Schneetarnkleidung, einen Schneetarnumhang oder einen Schneetarnghillie benutzen. Ich selber denke, dass ein Schnee Ghillie nicht das Optimale ist. Aber das kommt dann auch wieder auf das Einsatzgebiet an. Immerhin ist Schnee nicht immer Schnee. Und je nachdem wo und wieviel liegt, sieht es auch anders aus.
Man sollte bei der Kleidung aber auch wieder schauen, was man vor hat. Wenn man mehrere Tage drausen im Schnee ist, dann sollte man lieber zu “richtiger” Schneekleidung greifen und nicht zu Überziehkleidung aus Baumwolle. Unter “richtiger” Schneetarnkleidung versteht man Kleidung, die für das Klima geeignet ist. Das bedeutet, dass diese Kleidung wärmt und ggf. auch vor Nässe schutzt. Das ist ein großer Vorteil gegenüber der Überziehkleidung, welche über die “normale” Kleidung getragen wird, die man sonst auch trägt. Wenn man länger drausen ist, dann wird die Kleidung auch mit Nässe in Berührung kommen. Die Überziehkleidung aus Baumwolle wird die Feuchtigkeit aufsaugen und dann nach einiger Zeit oder in der Nacht einfrieren. Wenn man dann später wieder in die Kleidung geht oder sie noch trägt, dann wird das stören. Und man hat nicht immer ein Feuer, an dem man die Kleidung trocknen kann. Aber für kürzere Einsätze von ein paar Stunden ist die günstige Überziehkleidung aus Baumwolle natürlich geeignet.

Gesicht
Das Gesicht sollte man bei Temperaturen unter Null nicht mit Tarnschminke bedecken. Weil man dann nichtmehr sehen kann, wenn man erfrierungen im Gesicht hat. Aber man kann es natürlich machen. Es ist jedem selbst überlassen. Wenn man Tarnschminke benutzt, dann sollte man wieder schauen, wie das Gelände ist. Wenn kein Grün zu sehen ist, dann sollte man auch kein Grün benutzen. Man sollte eher zu Weiss, Braun und Schwarz greifen. Dann schminkt man sich wieder wie im sonst auch. Also vorneliegende Stellen (Nase, Kinn, …) dunkel und die anderen Stellen hell. Bei niedrigen Temperaturen sind Masken eine super Möglichkeit um das Gesicht zu tarnen.. Sie Tarnen das Gesicht und haben den Nebeneffekt, dass sie wärmen.

Ausrüstung
Man kann die Ausrüstung mit weissem Klebeband, Mullbinden oder Stoffstreifen umwickeln um sie zu tarnen. Aber natürlich kann man ihr auch einen Paintjob verpassen. Wobei es sich in den meißten Gegenden sicherlich nicht wirklich lohnt seine Waffe jeden Winter und dann im Frühling wieder umzusprühen….
Um einen Rucksack oder eine Drag bag zu Tarnen empfiehlt es sich, einen Rucksackbezug zu benutzen. Diese gibt es schon recht günstig zu kaufen. Rucksackbezüge mit Nässeschutzfunktion eignen sich hierfür besonders gut.

Täuschen

Tarnung alleine ist eine gute Sache. Aber wenn man sie durch Anwendung von Täuschung ergänzt, kann man in vielen Situationen einen noch besseren Effekt erreichen. Täuschen kann man durch mehrere Dinge. Was man macht ist eigentlich immer abhängig von der Situation.  Wenn man sich in einem Gebiet niedergelassen hat, welches unter „feindlicher“ Beobachtung steht, dann kann eine Scheinstellung eine super Sache sein. Wenn man aber in der Bewegung ist und mit auftretendem „Feind“ rechnen muss und dann auf einen trifft, dann kann ein Werfen eines Stocks oder etwas ähnlichem auch die nötige Ablenkung geben um die Aufklärung der eigenen Stellung zu verhindern. Man muss aber immer bedenken, dass jede Bewegung die eigene Stellung verraten kann. Wenn man etwas wirft sollte man also darauf achten, dass der „Feind“ weder die Schwungbewegung des Armes noch den geworfenen Gegenstand sieht. Falsche Spuren sind auch eine Möglichkeit der Täuschung. Aber man muss die Spuren ja erst anlegen. Das ist ein Zeitaufwand, der sich nicht in jeder Situation rentiert. Immerhin könnte man auch während dem Anlegen einer Spur aufgeklärt werden.

6 Gedanken zu „Tarnung

  1. Gute Tips , aber was ist wenn ich ein Fahrzeug tarnen möchte? z.B . ein Motorad

  2. Na ich bedanke mich recht Herzlich bei dem Ersteller , perfekt für mich mit meiner neuen Sniper auf Tuchfühlung zu gehen 😉 One Shot One Hit

  3. mit deinen Tipps fange ich jetzt an meinen Ghilie zu bauen
    viel Grün und Braun da es in meiner Region viele dunkle wälder und helle grüne wiesen gibt also
    auch was helles Braun und Dunkles grün rein

  4. mit den tipps schafe ich mit meinem Squad die nächste runde
    die werden grosse augen machen wenn aufeinmal die kugeln von allen seiten kommen 😀

  5. Also danke für das alles.Ich werde versuchen es umzusetzen und es jeweils mehrmals zu versuchen.danke nochmals.
    Ich habe auch angefangen ein kleines Logbuch über meine Umgebungen zu machen,um damit mein Ghillie eventuell anzupassen,danke 🙂

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